Montag, 13. Dezember 2010

Pichus Geschichte

Hallo ihr Lieben,

ihr habt ja schon erfahren, was mit mir passiert ist. Letzten Samstag habe ich die Regenbogenbrücke ins Regenbogenland überschritten.






Ich dachte, vielleicht hat ihr ja Interesse an meiner Lebensgeschichte, wer will darf sie gerne lesen.

Geboren wurde ich in einem wunderschönen Haus in Stuttgart. Meine Mama war ein Löwenköpfchen



und mein Papa ein Siam-Kaninchen (ob es wirklich so heiß, weiß ich nicht, er sah auf jeden Fall so aus).



Mein Papa  war schön, stark und mutig. Er ist sogar auf Angus losgegangen und wollte ihn in die Nase beißen, als dieser in "sein" Revier eindrang. Er hat sich nichts gefallen lassen - so anders als ich, seufz.
Er war aber auch recht keck und liebevoll frech und somit der absolute Liebling bei den Menschen, jeder wollte ihn halten und streicheln.

Meinem Mama war wunderschön, mit blauen Augen, aber auch ziemlich zickig und, laut meiner Menschenfrau, nicht besonders geeignet Kinder groß zu ziehen (der Wortlaut war wohl anders, aber den wiederholte ich hier lieber nicht).
Auf jeden Fall haben von zwei Würfen und sieben Würmchen nur ich überlebt. Und auch nur, weil die Menschenfrau mich immer mit Heu zugedeckt hat, damit ich es schön warm habe. Meine Mama hat das nämlich gar nicht gecheckt. Sie saß im Nest und ich kugelte draußen herum (also schon im Käfig).
Die Menschenfrau ist sogar nachts aufgestanden, um nach mir zu sehen und mich zuzudecken.
Nun, auf jeden Fall hat Mama mich aber dann irgendwann doch versorgt und ich hatte es schön kuschelig bei ihr.

Mein Namen habe ich übrigens von den Pokemons: Pikachu. Weil ich, wenn ich mich häschenhaft hinsetzte, immer ein kleines Bäuchlein, wie der Pikachu, hatte. Die Menschenfrau meinte dann, man müsse mich jetzt nur noch gelb anmalen. Nanana, hat sie aber gottseidank nicht getan.



Später wurde ich dann kastriert, damit ich mit meinem Mama zusammen bleiben konnte, ich fing nämlich an, immer auf ihr herumzuhopsen. Eigentlich musste ich ja zum Dokormensch, weil ich verstopfte Tränenkanäle hatte, aber da ich so Angst hatte (jajaja, damals schon - ich war nie ein Held) und fürchterlich zappelte, meinte der, das ginge nur unter Narkose. Da sagte die Menschfrau, also gut, wenn schon, denn schon. 

Wir hatten ein wunderschönes Leben. Jeder zwar in seinem eigenen Käfig (ich hatte auch einen, weil meine Mama nämlich sehr dominant war - was immer das auch heißt), die aber dicht zusammenstanden, und beim Freilaufen durfte ich immer bei meiner Mama sein. Entweder im Zimmer von der kleinen Menschfrau oder draußen im Garten. Da war die große Menschenfrau nämlich sehr streng und sagte zu ihrer Tochter: die Tiere brauchen ihre Auslauf  - JEDEN TAG !!! Wo sie recht hat, hat sie recht. 

Vor zwei Jahren ist dann meinen Mama gestorben und ein Jahr später mein Papa. Der war schon über acht Jahre alt.
Die Menschfrau hat mich danach immer viel besucht und mich gestreichelt. Aber es war nicht so einfach, weil ich doch so ein großer Angsthase war und mich immer weggeduckt habe. Erst nachdem ich im Februar krank geworden bin, mit der Lunge, und die Menschfrau mich jeden Abend zum Streicheln auf den Schoß gesetzt hat, bin ich etwas zutraulicher geworden. Es war auch so schön !!!
Einmal saß die Menschenfrau sogar bis 2 Uhr nachts bei mir, als ich mal wieder eine Atemattacke hatte.

Jeden morgen hat der Menschenmann vor seiner Arbeit zu mir ins Zimmer geguckt und mit mir gesprochen. Ich muss schon sagen, alle haben sich sehr um mich bemüht. Ich konnte mich nicht beschweren. Doch dann war es soweit, es war Zeit zu gehen. Mama und Papa wiedersehen.
Sie haben mich am Sonntag  im Garten neben meiner Mama beerdigt. Ganz nah bei ihr :-).

Ich wünsche jedem Tier ein so schönes Zuhause und grüße alle anderen von hier oben.



 
Euer Pichu 

Kommentare:

  1. Lieber Pichu,
    deine Lebensgeschichte hast Du so wunderbar erzählt, daß ich ganz gerührt bin. Mir laufen gerade ein paar Tränen über's Gesicht und das ist auch völlig in Ordnung...die sind für Dich.
    Deine Menschen haben Dich so lieb umsorgt, daß man sich nur wünschen kann, daß es alle Tiere so gut haben.

    Ich schicke Dir viele Grüße ins Regenbogenland...grüß mir meinen Aron.

    Herzliche Grüße von Birgit

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Birgit,
    ich danke dir für deine Tränen. Deinem Aron werde ich ganz besonders liebe Grüße übermitteln.
    Wir wissen ja, wir werden immer bei euch sein.
    Dein Pichu

    AntwortenLöschen
  3. ...endlich komme ich auch mal wieder dazu die Blog's nachzulesen. Eine wunderbare Geschichte von Pichu...herzzerreissend!

    Liebe Manou, sei hier nochmals lieb gedrückt

    Jolanda

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Manou,
    Du hast die Geschichte von dem kleinen Pichu so schön erzählt. Aber mir kommen trotzdem die Tränen. Jeder der ein Tier hat oder schon mal eins hat über die Regenbogenbrücke hat gehen lassen müssen, kann das verstehen.
    Drück Dich.
    ♥-liche Grüße von Dagmar

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Manou, lieber Angus,

    nachdem ich mich nun durch Deine wirklich vielseitigen Blogs + Posts durchgebuddelt habe, bin ich an der richtigen Stelle angekommen und seeeeehr gerührt. Du hast so einfühlsam geschrieben, man erlebt es richtig mit.

    oh mann,hab doch noch nah am Wasser gebaut....

    schnell an was anderes denken, z.B. Schweißen, das ist wirklich was gaaaanz anderes, und glaub mir,ich mach das schon noch, schließlich hab ich hier auf dem Hof die abenteuerlichsten Metallteile für irre Phantasietiere, die Ideen kommen dann schon beim machen.

    ich drück Dich ganz fest + 1000 bussala
    Claudia
    ach: doggy + cat Post für dich / euch kommt morgen

    AntwortenLöschen